Kalckhoff

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Kalckhoff

aus Rüthen (Kreis Soest) und Hessen-Kassel


Ältester bekannter Vorfahr der Familie Kalckhoff (Kalkhof, Kalkhoff) ist der 1484 als Student der Artes Liberales in Köln belegte und als Prediger im Amt Felsberg genannte Tilmann Kalckhoffen aus Rüthen („Tilm. Kaelkoven de Ruden“), Vater des Predigers im Amt Felsberg 1540, Schulmeisters in Homberg an der Efze 1555 und Pfarrers in Wabern und Untershausen Tileman Kalckhoffen, der 1572 in Wabern verstarb, sowie des am 30. Januar 1601 in Homberg verstorbenen Bäckers und Handelsmanns Curt (Cunrad) Kalckhoffen.

Der am 6. März 1688 in Kassel geborene Nachfahr des genannten Homberger Pfarrers Tilemann Kalckhoffen, Georg Henrich Kalckhoff, siegelte den Dankbrief vom 19. November 1715 an Wilhelm, Fürst zu Nassau, Graf zu Katzenelnbogen, Vianden und Diez, Herrn zu Beilstein für seine Ernennung zum Professor der Philosophie und der orientalischen Sprachen an der Hohen Schule zu Herborn mit diesem Wappen:

Ein Pflug mit vierspeichigen Rädern.

Auf dem Spangenhelm mit Decke eine Frau mit Kopftuch, rechts eine dreizinkige Heugabel, links eine gezahnte Sichel haltend.


Der am 11. Juni 1687 in Homberg an der Efze geborene Nachfahr des genannten Curt Kalckhoffen, der Tuchhändler und Bürgermeister von Homberg Johann Hermann Kalckhoff, ein entfernter Vetter des Herborner Professors, siegelte mit diesem Wappen:

Ein Räderpflug.

Auf dem Spangenhelm mit Decke drei Rosen.


Der am 18. August 1944 in Saaz (Böhmen) geborene Stuttgarter Historiker und Publizist Andreas Kalckhoff, Nachkomme des oben genannten Stammvaters in der 15. Generation, führt folgendes Wappen:

In Rot ein silberner Pflug mit vierspeichigen Rädern.

Auf dem Spangenhelm mit rot-silberner Decke eine rotgekleidete Frau mit rotem Kopftuch, rechts eine silberne dreizinkige Heugabel, links eine silberne gezahnte Sichel haltend.

Dieses Wappen bezieht sich auf die oben gezeigten Siegel, deren Wappenschilde übereinstimmen. Da diese von Angehörigen verschiedener Linien überliefert sind, deren erster gemeinsamer Vorfahr Tilemann Kalckhoffen aus Rüthen und Prediger im Amt Felsberg ist, kann man folgern, dass ein Pflug bereits das Wappenzeichen der Kalckhoffs in Rüthen war. Ob das auch für die Helmzier gilt, ist ungewiss. Bürgerliche und bäuerliche Wappen bestanden im Spätmittelalter oft nur aus einem Schild. Deshalb ist wahrscheinlich, dass die unterschiedlichen Helmzierden erst später angenommen wurden. Die Figur einer Bäuerin ist dabei auf jeden Fall passender als die drei Rosen, eine heraldische Verlegenheitslösung. Die ursprünglichen Farben des Kalckhoff-Wappens sind unbekannt. Andreas Kalckhoff nahm es in Rot und Silber für sich und alle Nachkommen seines Großvaters, des am 16. März 1872 in Scharzfeld (heute Ortsteil von Herzberg am Harz) geborenen Ingenieurs Carl Adolf Friedrich („Fritz“) Kalckhoff, an. Die graphische Gestaltung im Barockstil mit runder Kartusche besorgte Gerhard Heinzelmann, Gravesend.

Georg Henrich Kalckhoff (1688-1735) starb unverheiratet und kinderlos, ebenso sein jüngerer Bruder Heinrich Otto (1696-1753), Kanzler des hessischen Landgrafen Wilhelm VIII.. Mit den beiden Brüdern endete die Kasseler Linie der Kalckhoffs. Die Linie des Bürgermeisters von Homberg Johann Hermann Kalckhoff (1623-1709) dauert bis heute fort, jedoch mit veränderter Namensschreibung Kalkhof.